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Schon wieder ein Mitglied des Berner Sans-Papiers Kollektivs verhaftet:
Ausschaffung droht!
Heute am 13.2.2002 wurde im Bahnhof Thun ein Mitglied des Berner Sans-Papier
Kollektvis verhaftet. Sidy ist seit längerer Zeit bei den Berner Kichenbesetzungen
dabei.
Der 38 jährige Senegalese absolvierte sein Studium an der Universität Dakar.
1992 - 1995 war er als Journalist und UNO-Korrespondent tätig, bis er nach
der Heirat (1995 - 99) mit einer Schweizerin in die Schweiz umgezogen ist.
Hier hat Sidy als Journalist gearbeitet, hat unterrichtet und war Gastreferent
an den Universitäten Fribourg und Bern. Ausserdem war er als Reiseorganisator,
Web-Supporter und Uebersetzer tätig. Nach der Scheidung verlor er seinen
B-Ausweis und lebte ohne Papiere in verschiedenen Schweizer Städten. Zur
Zeit ist ein sogenanntes Härtefallgesuch hängig (am 7.2. eingereicht) und
wir befürchten, dass ihn die Behörden vor dem Entscheid ausschaffen wollen.
Da Sidy schwer Malariakrank ist, hätte eine Ausschaffung fatale Folgen für
seinen Gesundheitszustand.
Sidy hält sich also schon über 7 Jahre in der Schweiz auf und wie seine
unterschiedlichen beruflichen wie sozialen Tätigkeiten zeigen, war er immer
um seine Integration bemüht. Sidy ist ein typisches Beispiel wie jemand
durch Scheidung zum Sans-Papiers werden kann. Zudem ist es absurd, jemanden
ausschaffen zu wollen, dessen Dossier noch bearbeitet wird.
Wir verurteilen Sidys Verhaftung und verstehen sie als Provokation gegen
die Sans-Papiers Bewegung, als Teil der selben Repressionswelle, der zur
Zeit auch das Kollektiv in Fribourg ausgesetzt ist.
Wir fordern die sofortige Freilassung von Sidy! Die kollektive Regularisierung
aller Sans-Papiers!
"Le monde est ma patrie la liberté ma loi!"
Aktion für die Freilassung von Sidy - Morgen Donnerstag um 19 Uhr beim vor
dem Bahnhof Thun!
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