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Die Sans-Papiers-Bewegung im Kanton Bern ist nicht eingefroren. Über die
Festtage und den Jahreswechsel haben sich die Sans-Papiers und ihre UnterstützerInnen
in der reformierten Kirche Bethlehem niedergelassen und neue Kräfte gesammelt.
Das alte Jahr hat für die Situation der Sans-Papiers kaum etwas gebracht.
Die neuen Härtefallkriterien sollen zwar den einzelnen Sans-Papiers minimal
bessere Chancen bei der Erlangung einer Aufenthaltsbewilligung einräumen,
von einer Lösung der gesamtgesellschaftlichen Problematik der Sans-Papiers
kann jedoch keine Rede sein. Die schweizerische Sans-papiers-Bewegung ist
nach wie vor der Meinung, dass nur eine kollektive Regularisierung den heute
in der Schweiz lebenden Sans-papiers gerecht werden kann.
Im bevorstehenden Jahr 2002 gilt es, die Bewegung auszuweiten um den Druck
auf die Kantons- und Bundesbehörden zu verstärken. Im Hinblick auf die Landesausstellung
EXPO 02 wird landesweit ein Kulturaufruf lanciert, der Kunst- und Kulturschaffende
dazu auffordert, die Thematik der Sans-Papiers in ihr künstlerisches Schaffen
aufzunehmen.
Einer der ersten Kunstschaffenden ist Werner Neuhaus. Der 31-jährige Holzbildhauer
aus dem Emmental solidarisiert sich mit der Ausstellung seiner 36 Gerechten
mit den Sans-Papiers in der ganzen Schweiz. Nach der jüdischen Tradition
besitzt jedes Zeitalter 36 Gerechte. Fromme Menschen, die auf die Missstände
in der Gesellschaft aufmerksam machen und sich für Gerechtigkeit einsetzen.
Stark und aufrecht stehen sie da, 1.50 Meter gross, 75 Kilogramm schwer,
ohne sich vor den Herrschenden zu beugen, Jahresring um Jahresring. Einige
Sockel bleiben leer. Sie müssen aber nicht leer bleiben, denn nun ist unsere
Zivilcourage gefragt. Nach einem Ökumenischen Gottesdienst zum Thema Sans-papiers
heute Sonntag, dem 20. Januar, besuchten etwa sechzig Personen die Vernissage.
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